Abgebrannt – kostenlose Notfallberatung hilft

Es war eine kleine Ursache, die einen immensen Schaden anrichtete: Am 5. Mai 2008 brannte das Berghotel Mummelsee und musste anschließend vollständig abgerissen werden. Die Pächter Bärbel und Karl-Heinz Müller hatten das Haus erstzwei Monate vorher übernommen und standen plötzlich buchstäblich vor dem Nichts.In einer solchen Situation ist Hilfe gefragt – als DEHOGA-Mitglied hat man darauf sogar einen Anspruch: Schon kurz nach dem Brand saßen Vertreter der DEHOGA Beratung mit ihnen an einem Tisch und analysierten mit den Betreibern,was als erstes zu tun ist.

Als das Feuer im Dachgeschoss des Hotels gemeldet wurde, ging Geschäftsführer Müller zusammen mit Mitarbeitern noch optimistisch mit Feuerlöschern dagegen an, dann galt seine Hoffnung den mit 160 Mann angerückten Feuerwehren, doch auch die hatten sieben Stunden alle Hände voll zu tun und konnten am Ende doch nicht wirklich etwas retten. Das Dachgeschoss des Hauses war abgebrannt, die anderen Stockwerke so stark beschädigt, dass die Abrissbirne ran musste. 3,8 Millionen Liter Wasser hatten die Feuerwehrleute durch ihre Rohre und Schläuche gepumpt, den Wasserstand des Mummelsees um zehn Zentimeter gesenkt und doch war auch vom Inventar nicht mehr viel zu retten. Auslöser des Brandes war vermutlich eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe.

Karl-Heinz Müller: „Wir sagten uns relativ schnell wieder: Kopf hoch!“ Foto: Reiner Pfisterer

„Da ist man um jede Hilfe froh“

Zwei Monate vorher den Betrieb von den Schwiegereltern übernommen, einen Pachtvertrag auf 20 Jahre abgeschlossen, voller Zuversicht ans Werk gegangen und dann das: „Da ist man dann doch erst einmal sprachlos“, fasst Karl-Heinz Müller seine Gemütsverfassung nach dem Brand zusammen, und Hermann Treier, damals wie heute kaufmännischer Leiter des Betriebs, ergänzt „Da ist man um jede Hilfe froh“. Die ließ nicht lange auf sich warten, denn bei einem Brand oder bei einem Todesfall in der Unternehmerfamilie hat jedes DEHOGA- Mitglied Anspruch auf eine Notfallberatung und die ist kostenlos. Kurz nach dem Brand hatte die DEHOGA Beratung den ersten telefonischen Kontakt und drei Tage später fand das erste Gespräch vor Ort statt. Mit Karl-Heinz Müller und Hermann Treier saßen Juan Klunzinger von der DEHOGA Beratung in Stuttgart, Matthias Mayer, damals freier Brandschutzsachverständiger der DEHOGA Beratung, und DEHOGA Geschäftsführer Hans-Christoph Bruß, der den notwendigen juristische Sachverstand mit einbrachte.

Sieben Stunden löschten und rackerten 160 Feuerwehrmänner am 5. Mai 2008. 3,8 Millionen Liter Wasser aus dem Mummelsee halfen am Ende nichts: Das Berghotel musste vollständig abgerissenwerden.

Bestandsaufnahme nach drei Tagen

Bei dieser ersten Besprechung und bei einer zweiten rund drei Wochen später ging es darum, die Pächterin bei der Schadensabwicklung und dem geplanten Neuaufbau zu beraten und Lösungswege für die anstehenden Probleme aufzuzeigen. Eine Begehung der Brandstelle führte den Beratern das ganze Ausmaß der Zerstörung vor Augen, half aber auch, die weitere Vorgehensweise festzulegen. Eine genau Bestandsaufnahme und die Klarheit, dass und wie es weiter gehen würde, war für die Betreiber wichtig: „Wir sagten uns relativ schnell wieder: Kopf hoch!“, erinnert sich Karl- Heinz Müller. Dazu beigetragen hat auch die schnelle Hilfe und Beratung: „Es war wichtig, dass am Anfang vom DEHOGA jemand mit dabei war“, betont Hermann Treier. Denn zu sortieren gab es einiges für die vom Ehepaar Müller geführte Berghotel Mummelsee GmbH & Co. KG, die das Hotel von der Waldgenossenschaft Seebach gepachtet hat.

Neben dem Mummelseehotel und einem Laden im Erd- und Untergeschoss, umfasst der Mietvertrag ein Personalwohnhaus, einen freistehenden Kiosk, eine separate Ladenpassage mit Geräteraum, Lager und Verkaufsräumen sowie ein Bootsschuppen mitverpachtet. Außerdem inklusive: die gesamten Parkplätze sowie das alleinige Recht, den Mummelsee für Boots- und Kanufahrten zu nutzen. Schnell war klar, dass die Waldgenossenschaft Seebach das 1903 errichtete und jetzt abgebrannte Hotelgebäude neu aufbauen würde. Das sollte fast zwei Jahre dauern und bis zur Neueröffnung an Ostern 2010 alles in allem rund acht Millionen Euro kosten.

Im Sommer viele Tagestouristen

Das Geschäft mit den Tagestouristen aber konnte – zumindest eingeschränkt – weitergehen und bot auch erste Ansatzpunkte für eine Übergangslösung. Schließlich ist der sagenumwobene und idyllisch an der Schwarzwaldhochstraße gelegene Mummelsee einer der meistbesuchten Seen des Landes. 1036 Meter hoch in schönster Schwarzwaldlandschaft gelegen, lockt er vor allem im Sommer zahlreiche Besucher, die auch das Gebiet um den See mit der Hornisgrinde als Wanderparadies schätzen. Der Kiosk und der Schwarzwaldladen außerhalb des Hotels funktionierten noch, der Tretboot-Verleih war von der Katastrophe unbehelligt geblieben. Dazu wurde eine einfache Holzhütte mit 50 Sitzplätzen gebaut, eine mobile Küche installiert und ein Toilettenwagen aufgestellt, berichtet Müller, dem auch daran gelegen war, die Mitarbeiter weiter beschäftigen zu können. Gleichzeitig wurde auf diese Weise eine Forderung der Betriebsausfallversicherung erfüllt, die verlangt, dass der Schaden so gering wie möglich gehalten wird.

Die Abwicklung des Schadensfalles mit den Versicherungen war nach Angaben von Müller und Treier der zweite Bereich, in dem die Beratung von außen sehr hilfreich war. Wie geht man vor, wie muss man sich verhalten, lauten die Fragen in diesem Zusammenhang, und wer die Antworten kennt, tut sich um einiges leichter, weiß Hermann Treier, der auch in diesem Zusammenhang den Rat des DEHOGA-Experten zu schätzen weiß: „Aufgrund dieser Hinweise konnten wir sehr gut arbeiten“.

Es wurde – wie in solchen Fällen üblich – ein Sachverständigenverfahren eingeleitet. Das heißt, die Versicherung benennt ihren Sachverständigen und die Versicherten einen anderen ihres Vertrauens. Beide Seiten arbeiten dann einvernehmlich, das heißt sie müssen sich auf ein gemeinsames Ergebnis einigen. Die Versicherung verpflichtet sich dabei, das Ergebnis, auf das sich die Experten einigen, zu akzeptieren, und das „Ergebnis hat gepasst“, wie der kaufmännische Leiter heute berichtet. Im Rückblick findet Hermann Treier es gut und richtig, dass der DEHOGA mit dabei war, als die Weichen für dieses Sachverständigenverfahren gestellt wurden, weil dann alles in gutem Einvernehmen lief und wir wussten, „wir müssen nicht wegen jedem Euro hinterherfeilschen.“

Zwei Jahre dauerte der Wiederaufbau des Berghotels am idyllischen und sagenumwobenen Mummelsee an der Schwarzwaldhochstraße.
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