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Gut beraten in die Selbstständigkeit
Jochen Heilemann (22) träumte schon als kleines Kind davon, sich eines Tages selbstständig zu machen. Nach seiner Ausbildung als Koch und verschiedenen Stationen im In- und Ausland stand für ihn fest: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür gekommen. Zusammen mit Mutter Christl fand er im vergangenen Jahr das passende Objekt für sein Vorhaben: das Gasthaus Schwanen in Neckartailfingen. Kurzentschlossen kauften sie das 140 Jahre alte Gasthaus und investierten mehrere hunderttausend Euro. Doch nach der erfolgreichen Eröffnung blieb die Unsicherheit: Sind wir auch auf dem richtigen Weg? Unterstützung bekamen die Heilemanns von der DEHOGA Beratung im Rahmen einer Existenzgründungsberatung.
Einen Tag lang kamen die Berater zu den Heilemanns in die 4000-Einwohner- Gemeinde Neckartailfingen und nahmen das Konzept gründlich unter die Lupe. Denn obwohl Christl Heilemann aus einer Gastronomen-Familie stammt und mehrere Jahre die Zähringer Stuben und die Limburghalle geleitet hatte, wollte die Existenzgründerin den großen Schritt nicht allein machen. „Wir waren uns einfach unsicher, ob wir auf dem richtigen Weg waren“, so Heilemann.

- Das 140 Jahre alte Gasthaus Schwanen in Neckartailfingen kauften Jochen Heilemann und seine Mutter. Sie investierten bis zur Eröffnung mehrere hunderttausend Euro in das schmucke Haus.
Auf Wunsch der Familie analysierten die Berater den Geschäftsverlauf der ersten Monate und erarbeiteten einen Maß- nahmenkatalog mit Empfehlungen, was sie betriebswirtschaftlich, operativ und beim Marketing noch verbessern könnten. Dabei stellte sich unter anderem heraus, dass es insbesondere beim Waren- und Personaleinsatz noch erhebliche Defizite gab und die Kalkulation der Verkaufspreise verbesserungs- würdig war. Außerdem sollten die Heilemanns ihre Webseite inhaltlich optimieren und mit vielen Fotos lebendiger gestalten.

- Einen Jugendtraum erfüllte sich Jochen Heilemann zusammen mit seiner Mutter Christa. Um sicher zu seine, dass sie das Unternehmen Selbstständigkeit richtig angehen, suchten sie die Hilfe der DEHOGA Beratung. Die Hilfe der DEHOGA-Experten wurde im Rahmen des Projekts „Gründungsoffensive Gastgewerbe“ vom Wirtschaftsministerium gefördert.
Ansonsten empfahlen die Berater, den bereits eingeschlagenen Weg weiterzuverfolgen und das Thema „Schwanen“ konzeptionell noch stärker in den Vordergrund zu rücken. „Die Tatsache, dass die Berater mit unserer Linie zufrieden waren, hat uns beruhigt und in unserem Handeln bestätigt“, berichtet Christl Heilemann. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Seit Jochen Heilemann in der Küche straffer kalkuliert und seine Mutter Christl Heilemann das Personal effektiver einsetzt, haben sie eine positive Geschäfts- entwicklung – jeden Monat gibt es ein Umsatzplus. Bereits nach einem Jahr hat sich das Gasthaus Schwanen gut am Markt etabliert.
An den Wochenenden kommen täglich bis zu 200 Gäste, der Durchschnittsbon liegt bei rund 30 Euro pro Person. Um auf ihr Angebot aufmerksam zu machen, sind die Heilemanns mit ihrem Schwanen auf zahlreichen Rad- Portalen und im Varta-Führer gelistet. Unter anderem auch auf der Webseite des Jakobswegs. Viele Pilger schätzen es, im Schwanen einzukehren – denn der Gasthof liegt direkt auf der Route nach Santiago de Compostela. „Unsere Zimmer verkaufen sich mittlerweile fast von alleine. Im Sommer haben wir eine Auslastung von 70 Prozent“, sagt die Unternehmerin stolz.
Als nächsten wichtigen Schritt wollen Christl und Jochen Heilemann nun die Küche modernisieren und erweitern. Und sich vom DEHOGA beraten lassen, wie sie mehr Energie sparen können. „Da gibt es bei uns bestimmt viele Möglichkeiten“, ist die Gastronomin überzeugt. Und was würden Jochen und Christl Heilemann mit ihrer heutigen Erfahrung anderen Existenzgründern raten? „Von Anfang an mehr Budget einplanen und sich einen Puffer lassen“, so das einstimmige Credo. Dann könne man auch mal einen schlechten Monat ohne schlaflose Nächste überstehen. Weiterer Tipp: Sich eine gute Kalkulation von der DEHOGA Beratung machen lassen. Christa Heilemann: „Gerade wenn man noch keine gastronomische Vorbildung hat, ist das sehr wichtig.“ (nz)
Zuschüsse vom Wirtschaftsministerium
Die vom Wirtschaftsministerium geförderte „Gründungsoffensive Gastgewerbe“ des DEHOGA hilft Existenzgründern, ihre Chancen zu verbessern. Im Zentrum der Initiative stehen die Gründungs-Gutscheine, die aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert werden und die eine breite Palette von Angeboten – vom Orientierungsgespräch bis hin zu individuellen Gründungs-Beratungen – beinhalten. Mitglieder zahlen für die geförderte Existenzgründungsberatung 295 Euro netto pro Tag, Nichtmitglieder 415 Euro netto.
Weitere Informationen erhalten Interessenten über die DEHOGA Beratung (Tel. 0711-6198837), oder im Internet unter:
www.dehoga-beratung.de
www.gruendungsgutscheine.de.








