Moderatorenkonzept zur Unternehmensnachfolge

Der Generationenwechsel im Gastgewerbe ist in vollem Gange. Allein in Baden- Württemberg stehen in den nächsten fünf Jahren rund 4000 Unternehmerinnen und Unternehmer der Branche vor der Aufgabe, einen Nachfolger für ihren Betrieb zu finden. Viele Gastronomen packen das Thema Unternehmensnachfolge aber erst an, wenn es schon fast zu spät ist. Die DEHOGA Beratung setzt mit einem neuen Moderatorenkonzept auf frühzeitige Planung der Betriebsübergabe und auf persönliche Begleitung.

Den Gedanken an den eigenen Ruhestand schieben viele Hoteliers und Gastronomen nur zu gern auf. Oftmals einfach aus dem Grund, dass sie sich nicht vorstellen können, das mit viel Herzblut erschaffene Lebenswerk in die Hände eines anderen zu übergeben. Dabei sollte gerade die Unternehmensnachfolge möglichst frühzeitig geplant werden. „Viele Unternehmer wissen einfach nicht, wo sie bei der Nachfolgeregelung ansetzen sollen“, sagt Wilhelm Okesson, Leiter der DEHOGA Beratung. „Verständlicherweise, schließlich gilt es eine Vielzahl von Dingen zu beachten, z.B. im Zusammenhang mit der finanziellen Absicherung oder der Regelung der Erfolge.“

Unternehmer im Gastgewerbe stehen ab sofort nicht mehr allein vor der Herausforderung, die eigene Unternehmensnachfolge zu organisieren. Die DEHOGA Beratung bietet seit Jahresmitte die Hilfe eines Nachfolgemoderators an, die gastgewerbliche Unternehmer in Baden-Württemberg kostenlos in Anspruch nehmen können. Das Konzept des Nachfolgemoderators ist Bestandteil des 12-Punkte-Programms zur Sicherung der Unternehmensnachfolge des Landes Baden-Württemberg. Finanziert wird das Projekt durch den DEHOGA Baden-Württemberg mit Zuschüssen des Wirtschaftsministeriums aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF).

Lotse für die Unternehmensnachfolge

„Die Hauptaufgabe des Nachfolgemoderators ist es, Unternehmerinnen und Unternehmer gezielt auf die Nachfolgeproblematik aufmerksam zu machen und für eine frühzeitige Planung zu sensibilisieren“, erklärt Okesson den Kerngedanken des Moderatorenkonzepts.

Der Nachfolgemoderator begleitet den Inhaber auf Wunsch während des Nachfolgeprozesses als Lotse. „Der Unternehmer kommt in der Regel nur einmal im Leben in die Situation, seinen Betrieb an jemanden anderen zu übergeben“, so Okesson. „Da profitiert er von den Erfahrungen des Moderators.“

In einem Erstgespräch wird beispielsweise geklärt, welche betriebswirtschaftlichen, rechtlichen und finanziellen Aspekte, wie z.B. die Unternehmensbewertung oder die Absicherung der eigenen Altersvorsorge, geregelt werden müssen. Der Nachfolgemoderator vermittelt hier den Kontakt zu entsprechenden Experten wie Unternehmensberatern, Sachverständigen oder Juristen. Hilfestellung bekommt der Unternehmer auch bei der Suche nach potenziellen Nachfolgern, z.B. in speziellen Nachfolgebörsen in Printund Onlinemedien.

Ist der passende Nachfolger gefunden, vermittelt der Nachfolgemoderator im anschließenden Dialog zwischen Übergeber und Übernehmer. „Die Unternehmensnachfolge ist insbesondere bei familieninternen Betriebsübergaben ein sehr emotionales Thema“, weiß Okesson. „Damit die Verhandlungen sachlich verlaufen und am Ende beide Parteien mit dem Ergebnis zufrieden sind, ist die Moderation durch einen unabhängigen Dritten oftmals wichtig.“

Mit dem Nachfolgemoderator gewinnt der Unternehmer aber nicht nur einen kompetenten Ansprechpartner, sondern auch einen persönlichen Begleiter. Denn der Nachfolgeprozess kann eine lange Zeit in Anspruch neh- men, bis zu fünf Jahren vom ersten Treffen mit dem Moderator bis zur endgültigen Übergabe an den neuen Inhaber. „Der Nachfolgemoderator soll nicht nur die notwendigen Kontakte vermitteln, sondern vor allem auch ein offenes Ohr für die Bedenken und Probleme des Inhabers haben“, sagt Okesson.

Erfolg in der Praxis

„Die Betriebsübergabe hat für uns super funktioniert. Kein Stress, kein Ärger, alle sind zufrieden“, sagen Alfred Veigel (3.v.l.) und seine Nachfolgerin auf dem „Schreyerhof“ in Hessigheim, Susanne Schultz (2.v.l.), übereinstimmend. Die Übergabe wurde von der DEHOGA Beratung begleitet.

Um Ärger zu vermeiden, hat auch Alfred Veigel bei der Regelung der Unternehmensnachfolge für das Landgasthaus „Schreyerhof“ in Hessigheim auf die Hilfe der DEHOGA Beratung gesetzt. Gemeinsam mit seiner Nachfolgerin Susanne Schultz hat er die DEHOGA Beratung um Unterstützung bei der Unternehmensübergabe gebeten.

„Wir kennen uns schon seit 20 Jahren und wollten nicht, dass durch den Betriebsübergang unsere Freundschaft Schaden nimmt“, begründet Veigel die Einbeziehung des DEHOGA Experten. Der Schreyerhof ist seit drei Generationen im Familienbesitz der Familie Veigel und Alfred Veigel will auch nach der Übergabe dort wohnen bleiben. Ein weiterer Grund, warum die Unternehmensnachfolge möglichst reibungslos über die Bühne gehen soll.

Mittlerweile ist der DEHOGA-Berater, Dipl.-Betriebswirt Hans-Ulrich Keim, für beide Seiten ein kompetenter und vertrauensvoller Ansprechpartner geworden. „Ohne ihn wäre die Übergabe nicht so harmonisch abgelaufen“, sagt Susanne Schultz und erinnert sich an ein Gespräch mit den beiden Steuerberatern. „Nur durch die Vermittlung von Herrn Keim kam es da zu einer für uns beide akzeptablen Einigung.“

Seit 1. Januar 2008 führt Susanne Schultz den Schreyerhof erfolgreich als neue Inhaberin. Und auch Herrn Veigel kann man noch regelmäßig im Betrieb antreffen. „Die Betriebsübergabe hat für uns super funktioniert. Kein Stress, kein Ärger, alle sind zufrieden“, sind sich die beiden einig.

DEHOGA Beratung bietet auch langfristig Hilfe

Die DEHOGA Beratung unterstützt sowohl Übergeber wie Übernehmer auch im Rahmen von geförderten Beratungen bei der erfolgreichen Unternehmensnachfolge. Hier werden Themen behandelt, die außerhalb des Aufgabenspektrums des Nachfolgemoderators liegen.

Ergänzende Beratungsleistungen sind z.B.:

  • Unternehmensnachfolgeberatung:
    Grundlage der Übergabeberatung ist eine umfassende Betriebsanalyse durch den Berater vor Ort im Betrieb, um den aktuellen Status Quo zu klären. Darauf aufbauend entwickelt der DEHOGA- Berater mit den Beteiligten zusammen beispielsweise einen Übergabefahrplan für eine reibungslose Unternehmensnachfolge und prüft detailliert die betriebswirtschaftlichen Aspekte.
  • Intensivberatung Unternehmensnachfolge (ESF-Coaching):
    Der DEHOGA Berater begleitet Sie auch gerne längerfristig im Rahmen eines Übergabe-Coachings. Durch die Landesförderung aus ESF-Mitteln können wir Ihnen hier interessante Konditionen bieten.
  • Existenzgründungsberatung:
    Nachfolger können in vielen Fällen eine geförderte Existenzgründungsberatung in Anspruch nehmen. Der DEHOGA-Berater bespricht mit Ihnen alle wichtigen Fragen auf dem Weg in die Selbständigkeit: von der Erstellung des Businessplans über die verschiedenen Fördermöglichkeiten bis hin zur Konzeptentwicklung oder zum Voreröffnungsmanagement.

Weitere Informationen zu unserer Übergabe- bzw. Existenzgründungsberatung finden Sie auch im Internet unter www.dehoga-beratung.de oder rufen Sie uns an: 0711/61988-37.

Unterstützt durch das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.

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Juan Klunzinger Nachfolgemoderator

 

DEHOGA Beratung
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