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Teuren Gasanbietern den Geldhahn abdrehen
Die Gaspreise kennen nach Experteneinschätzung auch im Jahr 2010 nur eine Richtung: steil nach oben. Der Verbraucherzentralen-Bundesverband rechnet für das laufende Jahr mit Preissteigerungen von bis zu 15 Prozent. Doch anstatt die Preistreiberei einfach hinzunehmen, sollten Hoteliers und Gastronomen lieber einen kritischen Blick auf ihren Gasliefervertrag werfen: Ein Wechsel des Gasanbieters kann bares Geld sparen. Der Freudenstädter Hotelier Heiko Bader hat seinen Gasvertrag von der DEHOGA- Energieberatung prüfen lassen und den Gasanbieter gewechselt. Jetzt fällt seine Gasrechnung jährlich um sage und schreibe 18.000 Euro geringer aus.
Seit Anfang des Jahres 2009 können Verbraucher ihren Gasanbieter frei wählen und dadurch erhebliche Summen einsparen. Oder besser gesagt: Sie könnten. „Viele schrecken einfach aus Unsicherheit davor zurück, einen Gasanbieterwechsel in Betracht zu ziehen“, weiß Wilhelm Okesson, der Leiter der DEHOGA-Beratung in Stuttgart. Darin unterscheiden sich gewerbliche Gaskunden nicht von privaten. Sie scheuen den bürokratischen Aufwand, befürchten, im Tarifdschungel den Überblick zu verlieren oder wissen manchmal einfach gar nicht, dass es Alternativen zu ihrem Gaslieferanten gibt. Dieses Zaudern kostet sie unter Umständen viele tausend Euro im Jahr. Denn der Gaspreis ist ständig in Bewegung, und in den allermeisten Fällen gibt es ein günstigeres Angebot als den bestehenden Gasvertrag.

- Ein Viertel seiner Gaskosten spart Heiko Bader vom Schwarzwaldhotel in Freudenstadt ein. Kein Wunder dass er vom Angebot der DEHOGA Beratung überzeugt ist: „Gerade im Hotelgewerbe ist das nur zu empfehlen“, meint er. „Jeden Euro, den man nicht für Energiekosten ausgeben muss,hat man für andere Investitionen übrig.“ Foto: Kuhnert
Deshalb bietet der DEHOGA seinen Mitgliedern eine „Gasvertragsprüfung“ durch ihre Energieberatung an. Diese kann auf überzeugende Ergebnisse verweisen: „Die DEHOGA-Energieberatung hatte bei den Gasvertragsprüfungen im Jahr 2009 eine Trefferquote von 95 Prozent“, sagt Okesson. In anderen Worten: Fast jeder Gastronom oder Hotelier, der die DEHOGA-Gasvertragsprüfung in Anspruch genommen hat, hatte hinterher einen preisgünstigeren Gasvertrag in der Tasche. „Trotzdem nutzten in ganz Baden-Württemberg vergangenes Jahr nur 86 DEHOGA-Mitgliedsbetriebe das Angebot der Gasvertragsprüfung“, stellt Okesson fest.
Einer von ihnen war Heiko Bader, der das „Schwarzwaldhotel“ in Freudenstadt betreibt. Neben dem Hotel mit seinen 80 Zimmern und Schwimmbad vermietet das Hotelierpaar Heiko und Brigitte Bader auch Ferienwohnungen, so dass zum Heizen der gesamten Anlage ein stattliches Gasvolumen nötig ist. „Unser bisheriger Gasvertrag war zu dem Zeitpunkt, als wir ihn abgeschlossen haben, eigentlich ganz gut“, sagt Heiko Bader. „Aber zwischenzeitlich ist Bewegung in den Gasmarkt gekommen, und dadurch hat sich für uns eben dieses enorme Einsparpotenzial ergeben.“
Ein Viertel weniger Kosten
In absoluten Zahlen heißt das: Bei seinem neuen Vertrag zahlt er für die gleiche Menge an verbrauchtem Gas jährlich 18.000 Euro weniger, was immerhin einem Viertel seiner bisherigen Gaskosten entspricht. Mit dem Ergebnis ist er mehr als zufrieden: „Gerade im Hotelgewerbe ist das nur zu empfehlen“, meint er. „Jeden Euro, den man nicht für Energiekosten ausgeben muss, hat man für andere Investitionen übrig.“ Angesichts der enormen Einsparsumme im Fall des Schwarzwaldhotels weist Wilhelm Okesson vorsichtshalber darauf hin, dass die DEHOGA-Beratung natürlich keine Einsparung garantieren könne: „Wer schon den für seinen Betrieb optimalen Gasvertrag hat, kann durch eine Vertragsprüfung nichts zusätzlich einsparen.“
Doch in den vergangenen eineinhalb Jahren war der Gaspreis stark in Bewegung: „Von September 2008 bis März 2009 sind die Preise rapide um über 50 Prozent gefallen, dann wieder leicht angestiegen, dann wieder gefallen, so dass wir derzeit auf dem niedrigsten Stand seit zwei Jahren sind“, rechnet DEHOGA- Energieberater Alexander Kromer vor. Deshalb sieht er im Moment für fast jeden Vertrag zumindest ein gewisses Einsparpotenzial. Durchschnittlich spart jeder Kunde, der von der DEHOGA-Energieberatung seinen aktuellen Gasvertrag prüfen ließ, künftig jedes Jahr runde 2.160 Euro Gaskosten. Hinter dieser Durchschnittszahl verbergen sich neben geringeren Einsparvolumina sehr kleiner Betriebe auch Ausreißer nach oben, wie eben im Fall des Freudenstädter Hotels.
Einsparung bei Strom und Gas
Knapp über dem Durchschnittswert liegt die Ersparnis, die Wolfgang Grinberger durch einen Gasanbieter-Wechsel jedes Jahr für sein 25 Zimmer zählendes Hotel Ottheinrich in Weinheim erzielt. Er wollte mithilfe der DEHOGA-Beratung eigentlich nach einem neuen Stromanbieter suchen. Doch im Gespräch mit DEHOGA-Energieberater Kromer stellte sich ganz schnell heraus, dass auch sein Gasvertrag noch Spielraum bot, und so buchte er die Gasvertragsprüfung kurzerhand gleich dazu. Das Ergebnis: „Ich spare beim Gas künftig rund 2.500 Euro im Jahr, und beim Strom ungefähr nochmal die gleiche Summe. Das ist ein Wort.“
Zumal sich der bürokratische Aufwand für die Kunden der DEHOGA-Energieberatung sehr in Grenzen hält, wie Wolfgang Grinberger erfreut zur Kenntnis genommen hat: „Ich habe nur meinen Gasliefervertrag und die letzte Abrechnung durchgefaxt, und das war’s.“
Kurze Zeit später erhielt der Hotelier einen schriftlichen Bericht, der die Ergebnisse der Prüfung, die Empfehlung der DEHOGA-Energieberatung, die Vertragsmodalitäten und die Ansprechpartner enthielt. „Ich habe mich dann mit dem günstigsten Anbieter in Verbindung gesetzt und gesagt, dass ich die Empfehlung vom DEHOGA habe, und das Tolle war: Die haben ohne Probleme die vom Energieberater vorher ausgehandelten Preise und Konditionen übernommen.“
Vertragslaufzeit prüfen
Voraussetzung für einen Gasanbieterwechsel ist, dass der Gaskunde nicht durch eine feste Vertragslaufzeit längerfristig an einen bestimmten Energieversorger gebunden sein. „Wenn ein Gasliefervertrag noch ein oder zwei Jahre Laufzeit hat, dann können wir im Augenblick nichts tun“, sagt Kromer. Anders sieht das bei Verträgen ohne feste Laufzeit aus, oder wenn ein bestehender Vertrag innerhalb der nächsten drei Monate ausläuft. Auch dann, wenn der aktuelle Energieversorger Preiserhöhungen ankündigt, wird in der Regel ein Wechsel zu einem anderen Anbieter möglich.
Wovon aber hängt es ab, welcher Anbieter und welche Vertragsvariante die optimale für einen Betrieb ist? „Im Wesentlichen von zwei Punkten“, erklärt DEHOGA-Energieberater Kromer: „Zum einen von der Örtlichkeit. Denn nicht jeder Gasversorger liefert überall hin.“ Der zweite entscheidende Faktor ist die Verbrauchsmenge: „Manche Anbieter machen günstige Angebote für einen Verbrauch von bis zu 10 000 Kilowattstunden, aber bei Verbrauchsmengen, die darüber hinaus gehen, zählen sie eher zu den teuren Anbietern.“ Kromer hält eine Gasvertragsprüfung ab einem jährlichen Verbrauch von 25.000 Kilowattstunden für sinnvoll. (kes)
Spezialisten der DEHOGA Beratung in Stuttgart unterstützen Hoteliers und Gastronomen beim Energiesparen. Die Berater werden schwerpunktmäßig in Baden-Württemberg und angrenzenden Gebieten tätig:
Die DEHOGA-Energiehotline beantwortet jeden Donnerstag von 8:30 Uhr bis 16:30 Uhr Fragen rund ums Thema Energiekosten. Tel. 0700 294 294 294. Es fallen lediglich Telefongebühren an (12 Cent/Min.).
Strom und Gasvertragsprüfung: Für in Baden-Württemberg ansässige Betriebe gelten unter Berücksichtigung der Landesförderung beim Gas folgende Beratungspreise:
Die Kosten für eine geförderte Gasvertragsprüfung liegen bei 75 Euro netto für Betriebe mit weniger als 150.000 kWh Jahresverbrauch.
Betriebe mit mehr als 150000 kWh Jahresverbrauch bezahlen 104,50 Euro netto je Vertragsprüfung.
Die Erfolgsbilanz 2009: Die Experten der DEHOGA-Beratung haben im vergangenen Jahr 201 Stromverträge und 86 Gasverträge überprüft. Die Erfolgsquote liegt aktuell über 81,9 % bei Strom und bei sagenhaften 95 % für Gaslieferverträge. Durschnittliche Einsparung: Rund 1.230 Euro/Jahr bei Strom und rund 2.170 Euro/Jahr beim Gas.
Vor-Ort-Beratung: Von der Basisberatung (2 Tage) bis hin zur Intensivberatung (Coaching).In vielen Fällen werden die Beratungen öffentlich gefördert.
Kontakt und Information:
DEHOGA Beratung,
Telefon: (0711) 6 19 88 37
E-Mail: info(at)dehoga-beratung.de
www.dehoga-beratung.de
Energiekampagne Gastgewerbe: Die bundesweite Initiative des DEHOGA für Energieeffizienz im Gastgewerbe bietet im Internet eine Reihe von Tipps zum Energiesparen: www.energiekampagne-gastgewerbe.de.







